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Schützenswert und vielschichtig – Umweltthemen greifbar machen und hinterfragen

„Es ist höchste Eisenbahn“ – Der Klimawandel, seine langfristigen Folgen und der Klimaschutz sind aufgrund seiner Dringlichkeit aus den Medien und unserem unmittelbaren Alltag kaum noch wegzudenken.

Infolge des offenkundigen Gesprächs- und Handlungsbedarfs durch die „Fridays For Future“-Demonstrationen sowohl von Schüler- als auch von Kollegenseite, sahen und sehen wir uns verpflichtet, den Themen Natur- und Umweltschutz eine gesonderte Stellung im Schulgeschehen einzuräumen – ganz gemäß des Mottos: Wenn nicht jetzt, wann dann? Und wenn nicht hier in der Schule, wo sonst?

Vor diesem Hintergrund wurde unser Umweltprojekttag ins Leben gerufen, der am Freitag, 27. September 2019 an den St. Raphael-Schulen, schulübergreifend am Gymnasium und an der Realschule, stattfand.

So vielfältig die aktuellen Umweltthemen sind, wurden jahrgangsspezifisch inhaltliche Schwerpunkte gesetzt und somit eine große Breite an Problemfeldern abgedeckt: Die fünften Klassen setzten sich mit einer klimafreundlichen Ernährung und der Lebensmittelverschwendung auseinander, die sechsten Klassen widmeten sich den Ozeanen und ihrer Verschmutzung, die siebten Klassen lernten einiges über Mülltrennung und Recycling, die achten Klassen konzentrierten sich auf ihr Konsumverhalten mit dem Schwerpunkt Kleidung, die neunten Klassen traten zur fair.nah.logischen Frühstückschallenge an und die zehnten Klassen untersuchten Möglichkeiten und Strategien zu einer nachhaltigen Energienutzung.

Die neunten Klassen von Realschule und Gymnasium sind mit der Aufgabe gegeneinander angetreten, ein möglichst fair.nah.logisches Frühstücksbüfett zusammenzustellen und einer vierköpfigen Jury, bestehend aus einem ehemaligen Schüler, einer Elternvertreterin, einer Vertreterin des Umweltamts Heidelberg und einem Experten einer Klima- und Energie-Beratungsagentur, zu präsentieren. Den Klassen wurde die Aufgabe folgendermaßen erläutert:

Warum „fair.nah.logisch“?

Namensgebend für unsere fair.nah.logische Frühstücks-Challenge ist eine Intiative der Erzdiözese Freiburg mit dem Wahlspruch „FAIR.NAH.LOGISCH. DAMIT DIE ZUKUNFT ALLEN SCHMECKT.“ Schulen, denen ein verantwortungsvoller Umgang mit der Schöpfung Gottes und die Einhaltung der Rechte aller Menschen wichtig ist, können sich daran beteiligen. Schüler, Lehrer und Eltern setzen sich dafür ein, dass möglichst viele eingekaufte Produkte fairen und ökologischen Kriterien entsprechen.

• Fair bedeutet, dass wir mit fair gehandelten Produkten Kleinbauern und -bäuerinnen im globalen Süden unterstützen. Der faire Handel, oder Fairtrade, beruht auf partnerschaftlichen Beziehungen, guten Arbeitsbedingungen und gerechten Preisen.
• Nah bedeutet, dass wir mit regionalen Produkten die Transportwege kurzhalten und so die Umwelt schonen. Außerdem unterstützen wir Bäuerinnen und Bauern in der Nähe und tragen zum Erhalt von Arbeitsplätzen in unserer Umgebung bei.
• (Öko)logisch bedeutet, dass wir durch den Kauf biologisch angebauter Lebensmittel dafür sorgen, dass weniger schädliche Pestizide und chemische Düngemittel eingesetzt werden. Wir essen gesunde Lebensmittel und helfen darüber hinaus Böden und Grundwasser zu schonen sowie Insekten, Vögel und andere Tierarten zu schützen.

Die inhaltliche Vorarbeit mit der Sensibilisierung für das Thema, ausführlichen Recherchetipps und Vorgaben zu Steckbriefen, die zu den von den Schülern gewählten Büfettbeiträgen auszufüllen waren, fand im Rahmen des Geographieunterrichts statt.

Eine Herausforderung bei der Umsetzung bestand für die einzelnen Schüler darin, in relativ kurzer Zeit ihr Umfeld nach geeigneten Beiträgen abzusuchen und deren Qualität anhand der drei Aspekte auf dem Steckbrief zu bewerten. Für die Klasse galt es, die Einzelbeiträge zu einem Gemeinschaftsbüffet zusammenzustellen, damit zur Stichzeit alles der Jury präsentiert werden konnte – bevor man sich endlich dem genussvollen Verzehr des nachhaltigen Frühstücks widmen durfte.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs konnten sich sehen lassen. Die Jury war von der Kreativität der Klassen und dem Ernst, mit dem sie sich der Herausforderung gestellt hatten, sichtlich beeindruckt. Besonders gelungen erschienen der Jury die Beiträge der Klasse 9c, welche nicht nur durch ihr Motto „Weniger is(s)t mehr“ – ein Gedanke gegen unnötigen Lebensmittelabfall – einen besonderen Touch des Wettbewerbes innehatte und somit die Jury schließlich überzeugen konnte, sie als Gewinnerklasse festzulegen.

Als Preis für die Gewinnerklasse winkte ein Gutschein für den Einkauf von Fairtrade-Produkten bei unserer Schülerfirma RaFAIRel für ein Klassenfest, nebst einem Karton Apfelsaft von heimischen Streuobstwiesen. Der Apfelsaft war am Morgen des Umwelt-Projekttags unter Mithilfe der Umwelt-AG frisch gekeltert worden.

Darüber hinaus wurde die Vielfalt an Programmpunkten durch gelungene Kooperationen mit außerschulischen Experten, Biomärkten, Bauernhöfen, Eine-Welt-Läden, Recyclinghöfen, Ökostromanbietern, Klimaschutzagenturen und Stadtführungen ermöglicht und auf diese Weise den Schülerinnen und Schülern zugleich die regionale und lokale Perspektive von Klimafolgen und Klimaschutz greifbar gemacht.

Nicht zuletzt bereicherten ein Planspiel sowie Vorträge von Vertretern aus Forschung und Wissenschaft den Vormittag der Kursstüfler, welche anschließend in Diskussionsrunden gemeinsam mit politischen Vertretern der bekannten Jugendparteien die Frage „Wie grün ist Heidelbergs Zukunft?“ erörtern durften.
Die gemeinsame Abschlussveranstaltung letztlich wurde gerahmt von der offiziellen Auszeichnung als „Fairtrade-“ und „fair.nah.logische-“ Schule sowie dem Pflanzen eines neuen und für uns symbolträchtigen Baumes im Schulhof.

Der Blick in die Gesichter der Schülerinnen und Schüler sprach für sich: Erlebnisreich war er, unser Umwelttag, der nicht der letzte sein sollte! Doch lässt sich dies nur mit dem tatkräftigen Engagement von Schulleitung, Lehrer- und Schülerschaft ermöglichen, die alle an einem Strang zogen und sich auch trauten, sich auf fachlich unbekanntes Terrain zu begeben – um durchaus Neues zu erfahren. (Umwelt-)Bildung eben.

Als Erinnerung „vergrünen“ uns nicht nur die Zimmerpflanzen in jedem Klassenzimmer nun unseren Schulalltag, sondern auch die eifrige Journalistengruppe dokumentierte den bunten Projekttag, deren Schülerberichte im folgenden Jahrbuch einen weiteren Einblick gewähren werden.

Text: Christine Hoff, Johannes Schmid, Claudio Nigrelli, Emilio Nigrelli
Fotos: Claudio Nigrelli, Emilio Nigrelli, Olivia Reiners

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